Vor jedem Urteil liegt ein Moment reiner Wahrnehmung. Dann geht es schnell: Du benennst, was du wahrnimmst, eine alte Erfahrung löst ein Gefühl aus, und das Gefühl entscheidet, was du tust, alles in einem Sekundenbruchteil. Zwischen diesen Schritten ist Platz, und dort entscheidest du. In der Stunde übst du das, wenn du alle Geräusche gleichzeitig hörst, ohne eines zu benennen. Für ein paar Sekunden ist dann kein Kommentar im Kopf. Danach merkst du, wie schnell sonst das Urteil kommt, und woher: Bewertung ist Erinnerung, die sich als Gegenwart ausgibt.